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Auf einen Link zu klicken, der ins Nichts führt, führt zu Unmut. Welche wichtige Rolle dem „Redirect“ zukommt, wollen wir uns in unserem Begriff des Monats anschauen.

Definition und Arten
Redirect ist die Kurzform von „redirection“ und heißt übersetzt „Umleitung“ bzw. „Weiterleitung“. Man bezeichnet damit die automatische Weiterleitung der URL einer Website auf eine neue Webadresse. Automatisch heißt: Der Nutzer muss dafür keine weiteren Eingaben tätigen. Dadurch werden sie auch kaum als Weiterleitungen wahrgenommen und gewährleisten die Usability der Website. Erkennbar sind sie lediglich an der Adressleiste des Webbrowsers. Umleitungen sind wichtig, damit veraltete URLs nicht ins Leere laufen. Dabei unterscheidet man serverseitige und clientenseitige Redirects.

Serverseitiger Redirect
Bei einer serverseitigen Weiterleitung wird, wie der Name schon sagt, der Redirect direkt auf dem Webserver der aufgerufenen Adresse ausgeführt. Sie werden häufig in der htaccess-Datei angelegt ober über eine Scriptsprache, zum Beispiel PHP, realisiert. Nach dem Aufruf der URL wird ein sogenannter HTPP-Header über den Webserver zurückgesendet. Dieser Header umfasst eine Location-Angabe (die zu ladende URL) und einen Status-Code für die Weiterleitung.

Das klingt kompliziert, aber dahinter verbergen sich die bekanntesten Redirects – nämlich die 300er-Weiterleitungen. Die drei wichtigsten/geläufigsten haben wir nachfolgend kurz aufgeführt:

301-Redirect:
Dient der permanenten Weiterleitung einer URL. Sie kommt häufig nach einen Web-Relaunch zum Einsatz, um veraltete und damit ungültige URLs auf neue URLs umzuleiten. Wichtig im Bereich SEO, denn die 301-Weiterleitung signalisiert den Suchmaschinen, dass die Seite dauerhaft unter einer anderen URL zu finden ist.

302-Redirect:
Über eine 302-Weiterleitung wird die angeforderte URL temporär umgeleitet und steht unter einer anderen Adresse bereit. Die alte URL behält dabei ihre volle Gültigkeit.

307-Redirect:
Diese Weiterleitung ähnelt dem vorangegangenen 302-Redirect. Sie wird häufig bei kurzfristigen Umleitungen von Websites eingesetzt, verweist aber auf eine spezielle Statusseite. Das ist beispielsweise bei Serverarbeiten der Fall. Auch hier bleibt die alte URL gültig.

Werden diese Weiterleitungen nicht gesetzt, wir dem Nutzer eine 404-Fehlermeldung „Webseite existiert nicht“ angezeigt. Damit sind serverseitige Redirects am Wichtigsten und spielen zudem Vorteile für die Suchmaschinenoptimierung aus:

– Es geht kein Page Rank* verloren
– Vermeidung „toter Links“
– Nach einem Relaunch geht kein Link Juice** verloren
– Vermeidung von doppeltem Content, beispielsweise von der URL-Weiterleitung ohne www. auf eine URL mit www.
– Vermeidung eines 404-Fehlers und damit einer schlechten Nutzererfahrung

Clientenseitiger Redirect
Bei dieser Art der Weiterleitung wird innerhalb des Website-Quellcodes ein bestimmter Befehl implementiert und es muss keine Änderung am Server vorgenommen werden. Die Weiterleitung wird vom Browser (Client) des aufrufenden Nutzers ausgeführt. Der clientenseitige Redirect lässt sich über verschiedene Möglichkeiten implementieren:

Meta-Refresh-Tag
Dieser Tag weist den Browser an, nach einer bestimmten Zeit die Seite nochmal oder eine andere URL zu laden.

Der Nachteil: Der User muss warten, bis die Weiterleitung einsetzt. Danach kann er den „Zurück-Button“ des Browsers nicht mehr nutzen, denn dadurch gelangt er wieder auf die Seite, die ihn wieder weiterleitet.

HTML-Frameset
Über Frames (zu deutsch „Fenster“ oder „Rahmen“) lassen sich innerhalb eines HTML-Dokuments Inhalte anderer URLs anzeigen. Das können auch Inhalte externer (fremder) Webseiten sein. In dieser Art Rahmen können mehrere Webseiten (HTML-Dokumente) dargestellt werden. Die Adresszeile des Browsers wird so dargestellt, als hätte der Nutzer nur eine Website aufgerufen.

Die Nachteile: Ob die Einbindung externer Webseiten (ohne eindeutige Quellenangabe oder Verweis) rechtlich gesehen überhaupt erlaubt ist, ist derzeit noch nicht eindeutig geregelt. Außerdem fällt es den Suchmaschinen-Crawlern schwer, die Framesets korrekt auszulesen, denn es werden unterschiedliche URLs geladen, die auch unterschiedlich behandelt werden.

Redirect via JavaScript
Im Head-Element eines HTML-Dokuments wird ein JavaScript platziert, wodurch es zu einer automatischen Weiterleitung des Besuchers an die angegebene URL kommt. Der Webbrowser wird also via JavaScript angewiesen, zu einer bestimmten URL zu navigieren.

Die Nachteile: Auch hier können die Nutzer den „Zurück-Button“ nicht mehr nutzen, da sie automatisch wieder weitergleitet werden. Zudem ist es über diese Funktion möglich, dass der Suchmaschine ein anderer Inhalt angezeigt wird als dem User. Das wird als sogenanntes „Cloaking“ bezeichnet und kann zu einer Abstrafung über die Suchmaschine führen.

Media-Wiki-Weiterleitungen
Optional ist auch eine Weiterleitung innerhalb eines MediaWikis möglich. Die Artikel der MediaWikis enthalten dann keinen eigenen Inhalt, sondern nur die Weiterleitungen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn sich zwei Artikel inhaltlich stark ähneln oder es um Synonyme oder Abkürzungen geht.

Grundsätzlich sind clientenseitige Weiterleitungen nicht empfehlenswert, da sie die Performance der Webseite nicht unbedingt positiv beeinflussen. Jeder Redirect verursacht einen zusätzlichen Arbeitsschritt für den Server, denn alle Weiterleitungen werden in die htaccess-Datei geschrieben. Das hat zur Folge, dass die Seite bei jedem Serverabruf erneut geladen werden muss.

Entstehen aufgrund der Redirect-Kombination ganze Weiterleitungsketten, kann Google ab einer gewissen Mengen diesen nicht mehr folgen und der Crawler, der u.a. für die Indexierung der Seite sorgt, erhält einen Fehler.

Weiterhin und sehr wichtig: Diese Weiterleitungen vererben weder Link Juice** noch Page Rank*.

Begriffserklärungen:

* Page Rank: Dahinter steht ein Bewertungsverfahren von Webseiten auf Basis der eigehenden Verlinkungen. (Grundsätzlich: Je mehr Links es gibt, desto wichtiger wird die Seite eingestuft.) Dieser Wert fließt in den Suchmaschinen-Algorithmus ein, der die Website-Auffindbarkeit in den Suchergebnissen kalkuliert.

** Link Juice: Bezieht sich auf die Backlinks einer Website und setzt sich aus der Anzahl und Qualität der Links sowie deren Auswirkung auf die Unterseiten zusammen.

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Martha Herla
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