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Dem Begriff „Blockchain“ (deutsch Blockkette) begegnet man mittlerweile nicht mehr nur in der Finanzbranche. Auch im Industriebereich wird das Thema relevanter. Doch was genau verbirgt sich dahinter?

Definition / Ursprung
Erste kryptographische Grundlagen wurden bereits 1991 beschrieben. Seinen Ursprung hat die Technologie bei Finanztransaktionen, den sogenannten Kryptowährungen. Am geläufigsten sind die Bitcoins. Vom Grundsatz her ist eine Blockchain eine dezentrale Datenbank, die die Übertragung von digitalen Vermögenswerten aufzeichnet. Diese Liste enthält Datensätze, die „Blöcke“ genannt werden, und mittels kryptographischer Verfahren miteinander verkettet sind. Das Verzeichnis wird chronologisch linear am Ende erweitert. Und zwar automatisch.

Dabei enthält jeder Block
– einen kryptographisch sicheren Hash (Streuwert) des vorhergehenden Blocks,
– einen Zeitstempel
– Transaktionsdaten

Im Rahmen der Bitcoin-Währung entspricht die Blockchain damit einem web-basierten, dezentralisierten und öffentlichen Buchhaltungssystem, bei dem keine Banken zwischengeschaltet sind. Vorteil bei der kontinuierlichen Speicherung von diesen Informationsblöcken ist, dass sie von keiner einzelnen Einheit kontrolliert werden können und auch keine Schwachstelle haben.

Doch wo können die Vorteile dieser dezentralen Netzwerke im B2B genutzt werden?
Die Verwendungsmöglichkeiten beschränken sich nicht allein auf digitale Währungen. Grundsätzlich können damit alle Arten von Informationen verwaltet werden. Und genau das macht die Technologie auch im Industriebereich nützlich. Überall da, wo eine große Menge an Daten in einem Netzwerk gespeichert werden, gibt es Schwachstellen. Bei den Blockchain-Sicherheitsmethoden werden Verschlüsselungstechnologien verwendet – bei Netzwerken „nur“ Benutzername und Passwort.

Aktuell ist die Resonanz im B2B noch verhalten. Laut einer Studie der HTWK Leipzig¹ gaben fast 63 % der befragten Unternehmen an, noch nicht über einen Einsatz im Supply Chain Management nachgedacht zu haben. Über die Hälfte schätzt den Wissensstand über diese Technologie eher schlecht ein. Und doch können sich rund 67 % der Befragten den Einsatz der Blockchain-Technologie entlang der Lieferkette vorstellen.

Sie würde eine lückenlose und transparente Nachverfolgung ermöglichen. Damit lassen sich zum Beispiel die Rohstoffherkunft und Warenproduktion digital nachvollziehen. Alle Aspekte einer Transaktion würden festgehalten und nachträgliche Manipulationen ausgeschlossen.

In der Automobilindustrie ließen sich so einzelne Fahrzeugteile, in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie bestimmte Produktionschargen rückverfolgen. Eine Identifizierung und Authentifizierung mit Hilfe von Blockchains ist beispielsweise bei IoT-Geräten umsetzbar.

Folgende Vorteile leitet die Studie ab¹:
– Abbau von Informationsasymmetrien / Schaffung von Transparenz
– Hohe Manipulations- und Datensicherheit
– Schaffung von Vertrauen zwischen unbekannten Marktteilnehmern
– Zugangskontrolle für Teilnehmer am Netzwerk
– Gemeinsame Plattform für einen Datenaustausch
– Netzausfallsicherheit
– Verkürzung der Beschaffungswege
– Schnellere Transaktionsabwicklung

Gerade für kleinere Unternehmen sind Aufwand und Kosten der Blockchain-Technologie aktuell noch unverhältnismäßig. Zumal empfohlen wird, hauseigene IT-Experten mit der Programmierung zu betrauen. Das Potenzial aber ist unbestritten.

¹Quellenangabe: Studie „Blockchains im Supply Chain Management 4.0“ der HTWK Leipzig, Kathrin Meinert, Prof. Dr. Holger Müller, 2018, https://fww.htwk-leipzig.de/fileadmin/portal/f_wiwi/fakultaet/personen/PROF/mueller_h_scm/Studie_Blockchains_fuer_das_Supply_Chain_Management_4.pdf