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Virtual vs. Augmentet Reality

Die Begriffe Virtual und Augmented Reality begegnen uns mittlerweile täglich. Doch worin genau unterscheiden sie sich? Wir erklären die beiden Tech-Stars in unserem Begriff des Monats Juni.

Virtual Reality
Die virtuelle Realität, kurz VR, ist komplett computergeneriert und bezeichnet eine interaktive, virtuelle Umgebung. Die Darstellung und Wahrnehmung der Wirklichkeit erfolgt dabei in Echtzeit. Zur Erzeugung der VR benötigt man eine spezielle Software, denn komplexe dreidimensionale Welten müssen in Echtzeit berechnet werden. Bestes Beispiel für die VR ist ein Flugsimulator bei der Pilotenausbildung.

Ziel ist es, dass sich der Nutzer als Person in der virtuellen Welt fühlt. Die Wahrnehmung der realen Welt muss also vermindert werden. Dafür muss die Simulation in sich logisch und stimmig sein sowie naturgetreu dargestellt werden – denn nur so wirkt sie glaubwürdig und plausibel. Darüber hinaus muss eine Illusion geschaffen werden, die die Sinne des Nutzers beeinflusst, zum Beispiel durch bestimmte Ereignisse. Dadurch taucht man noch stärker in diese virtuelle Welt ein und empfindet sie als glaubwürdig. Das, was „nur zu passieren scheint“ wird so wahrgenommen, als würde es tatsächlich passieren.

Neben Simulatoren ist diese Technik gerade in der Gamer-Szene nicht mehr wegzudenken. Über moderne VR-Headsets können die Spieler in 3D-Umgebungen eintauchen. Damit sind nicht nur statische Spiele möglich sondern auch Bewegungen, wie Drehen oder Laufen, werden in die virtuelle Welt übertragen. Zum „Erleben“ ist also auch eine spezielle Hardware nötig.

Augmented Reality
Ins Deutsche übersetzt heißt Augmented Reality (AR) „erweiterte Realität“. Sie bezeichnet eine computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Auch hier wieder ein Praxisbeispiel, dieses Mal für die Fußball-Fans unter uns: Bei der Übertragung von Spielen werden bei Freistößen mithilfe eines Kreises oder einer Linie die Torentfernung angezeigt. Die Realität wird quasi durch das Anzeigen von zusätzlichen Informationen erweitert. Und genau das ist auch die klare Abgrenzung zur virtuellen Realität: Die „echte“ Realität bleibt in der Wahrnehmung des Nutzers bestehen und wird durch digitale Inhalte erweitert.

Grundsätzlich können alle Sinne angesprochen werden, wobei häufig die visuelle Darstellung bevorzugt wird. Die reale Umgebung wird auf einem Bildschirm dargestellt und durch zusätzliche Informationen ergänzt. Ein abschließendes Beispiel aus dem Gaming-Universum: Pokémon Go.

Als Software reicht eigentlich schon ein digitaler Bildschirm, wie z.B. ein Smartphone oder Autobildschirm aus, aber auch hier gibt es spezielle AR-Headsets, die das tatsächliche Bild mit digitalen Inhalten mischen. Die Google-Glass-Brille ist hier wahrscheinlich das beste Beispiel, wobei die Entwicklungen eher in Richtung VR-Headsets tendieren.

Mixed Reality
Und als wäre das nicht genug, gibt es natürlich auch noch den Begriff „Mixed Reality“. Dabei geht man von den Extrempunkten der virtuellen und der realen Welt aus. Die gemischte Realität liegt im gesamten Bereich zwischen diesen Extremen:

  • Die reale Welt wird um virtuelle Objekte ergänzt, sodass der Nutzer mit ihnen interagieren kann. Dies findet im dreidimensionalen Raum statt.
  • Reale Dinge werden in die virtuelle Welt übertragen, wie zum Beispiel Handbewegungen, Schritte oder auch Objekte. Dabei wird die Bewegungsfreiheit nicht virtuell, sondern durch die reale Umgebung beschränkt.

Übertragen wir das Ganze auf ein Großprojekt aus dem Anlagenbau: Mit Hilfe der Technologie kann der Kunde mittels Großprojektion seine Anlage betrachten. Die reale Welt kann aber auch komplett ausgeblendet werden, sodass er sich nur in dieser virtuellen Welt bewegt und damit seine Maschine schon im Vorfeld im Detail betrachten.