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Mit Industrie 4.0 hält auch der digitale Zwilling Einzug in die Produktionsstätten. Als digitales Abbild eines Produktes, Gebäudes oder gar eines Menschen ermöglicht er, Prozesse virtuell zu planen, Reaktionen zu testen und Fehler zu prognostizieren. Wie können sich B2B-Unternehmen diese Technologie zunutze machen?

Schon Ende der 1990er-Jahre hatte der US-Amerikaner Michael Grieves die bahnbrechende Idee: ein virtuelles Abbild, das alle Informationen eines physischen Produktes besitzt und innerhalb des gesamten Produktlebenszyklus spiegelt. Leistungsfähige Sensoren und die Fähigkeit, riesige Datenmengen in Echtzeit zu verarbeiten, haben das Realität werden lassen.

Digitale Zwillinge in der Industrie gibt es heute u.a. von:

• Produkten
• Produktionsanlagen
• Produktionslebenszyklen
• Betriebsprozessen

Wie sie aussehen, ist dabei vielfältig: mal als dreidimensionales Modell, mal als reine Kennzahlen zu Produktion, Qualität und Lieferzeiten.

Neben der Überwachung der Produktion und der daraus resultierenden potentiellen Optimierung bietet sich mit dem Digitalen Zwilling vor allem die Chance zum hypothetischen Predictive Maintenance, also der Berechnung bevorstehender Ausfälle von Komponenten und Verschleißteilen unter veränderten Bedingungen. Sprich: Was passiert, wenn?

Weitere Vorteile, die die Arbeit mit Digitalen Zwillingen bringt, sind:

• Zeitersparnis in Entwicklung und Produktion
• Simulationen und Tests im Vorfeld erleichtern Inbetriebnahmen
• Effiziente Modifikationen von Produkten und Prozessen
• Schnelle Abstimmung mit Zulieferern, da Produkteigenschaften eines Werkstücks am Digitalen Zwilling getestet werden können
• Customizing einzelner Produktserien kann in der Theorie durchgespielt werden.
Digitale Zwillinge sind eine Konsequenz aus Industrie 4.0 – aber kein Muss. Da die Daten heute in der Regel ohnehin schon vorliegen, ist ihr Einsatz aber naheliegend. Ihr Potential wächst mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz – es entstehen Anlagen, die sich mit gegenseitigen Rückmeldungen selbst steuern.